
Bild Quelle: Bilderbibliothek SITE 123
Deutschland ist eines der am stärksten zerschnittenen Länder der Europäischen Union. Nur Malta, die Niederlanden und Belgien weisen eine höhere Landschaftsfragmentierung auf.
Quelle: https://www.eea.europa.eu/en/analysis/indicators/landscape-fragmentation-pressure-in-europe
Die starke Landschaftszerschneidung durch Siedlungsflächen, Straßenräume und Bahnstrecken führt dazu, dass eine Ausbreitung und Wanderung unserer Arten stark eingeschränkt ist. Lebensräume werden also nicht nur immer kleiner, sie können von unseren Tier- und Pflanzenarten auch immer schlechter erreicht werden. Ein Ausweichen auf andere Lebensräume ist daher inzwischen oft nicht mehr möglich!
Ist das Wanderverhalten unserer Arten eingeschränkt, verhindert dies einen ausreichenden genetischen Austausch. Die Wahrscheinlichkeit, dass Artenbestände erkranken und Missbildungen auftreten nimmt zu.
Der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. veröffentlichte am 16.03.2022 einen Bericht zu einer Untersuchung der Universität Göttingen, in dem festgehalten wurde, dass die fehlende Vernetzungen von Rotwild-Populationen inzwischen zu Missbildungen aufgrund von Inzucht führen. Die Landesjagdverbände fordern daher dazu auf das Bundesprogramm Wiedervernetzung, beschlossen vom Bundeskabinett am 29. Februar 2012, endlich umzusetzen.
Quellen: Landesjagdverband: Rotwild in Deutschland von Inzucht bedroht; Bundesprogramm Wiedervernetzung: Grundlagen - Aktionsfelder - Zusammenarbeit
Gute Beispiele für Unter- und Überführungen an Straßen gibt es bereits:
https://www.bund.net/lebensraeume/zerschneidung/wiedervernetzung/